Wir erhalten gerade einige Anfragen zum Thema TrustPID. Das Projekt wurde uns 2021 vorgestellt. Wir haben damals auf unterschiedliche datenschutzrechtliche Problemfelder hingewiesen, insbesondere auf die Anforderungen einer wirksamen Einwilligung. Wir haben aber KEINE abschließende Projektbewertung vorgenommen oder irgendeine Art von Zustimmung gegeben. Es wurde nur vereinbart, dass es zukünftig weitere Beratungsgespräche mit den entsprechenden Telekommunikationsdiensteanbietern geben wird.

Folgen

@bfdi ich bin als Vodafone Kunde betroffen.wo kann ich mich wie am besten beschweren, sodass es auch was bringt?
Opt-out ist ne Frechheit. Und dass der nur 90 Tage gilt und man dann erneut opt-out machen muss KANN nicht rechtens sein.

@Drezil @bfdi ich bin auch Vodafone kunde und hab keine Ahnung was hier eigentlich los ist… kann mich mal jemand aufklären?

@LunaDragofelis die haben eine Website, wo jede Website deine simkarten-spezifische Id zu Werbezwecken abrufen kann. Umgeht alles an naiven blockern.
trustpid oder so schimpft sich das.
Und sie sagen, sie müssen das, weil sonst die darbende Werbebranche das Internet teurer macht...

@Drezil Sie können sich bei uns beschweren, denn wir sind die zuständige Aufsichtsbehörde für alle Telekommunikationsdienstleister (wenn es um Telekommunikationsdienstleistungen geht). Allerdings gibt es TrustPID bis jetzt ja "nur" in einem Testbetrieb. / ÖA

@bfdi
In welcher Form möchten Sie die Beschwerde bekommen?

CC @Drezil

@lemmy98 @Drezil Es geht darum, dass Personen auch betroffen sein müssen, damit die Beschwerde bei uns etwas bringt. / ÖA

@bfdi @lemmy98 @Drezil Wer ist beim Testbetrieb davon betroffen?
Soweit ich gelesen habe, sind bei der Telekom nur Personen betroffen, die da ausdrücklich eingewilligt haben (opt-in). Sind das die einzigen betroffenen Personen?

@farshidhakimy @lemmy98 @Drezil Genau. Ohne Einwilligung sollte niemand vom Testbetrieb betroffen sein. / ÖA

@bfdi @farshidhakimy @lemmy98 @Drezil weil die sog. Wirtschaft ja auch noch nie aus Eigennutz gelogen hat.

@Cyb3rrunn3r @bfdi @lemmy98 @Drezil Wenn die gelogen haben, gibt's halt ne Strafe.
Man kann die ja nicht unter Generalverdacht stellen, zu lügen. Für soetwas muss es schon Beweise oder wenigstens Hinweise geben.

@farshidhakimy keine Ahnung. Es kommt auf den request auf jeden Fall eine Antwort und einen opt-out für 90 Tage gibt's auf der trustpid Seite auch.
Was davon jetzt live und wie personalisiert ist ... Keine Ahnung.
Mag sein, dass testweise noch alle dieselbe ID bekommen... Aber ich habe keine Lust da jetzt nachzuforschen. Sollte auch nicht die Aufgabe von betroffenen sein.

@bfdi

>"Es geht darum, dass Personen auch betroffen sein müssen, damit die Beschwerde bei uns etwas bringt. / ÖA"

Sorry fürs Gesamt-Rezitat.

Ich dachte, dass unlautere Methoden selbst auch im Ansatz nicht möglich sein sollten.

Das hatte ich eigentlich von einer Behörde wie BFDI erwartet.

Wie deutlich muss denn jemand werden, wenn
a) es nur IT-Affinen bekannt ist
b) OttoNormalverbraucher nicht mal ansatzweise versteht, worum es geht

@lemmy98 @Drezil

@amaz1ng das ist aber bei uns IMMER das Problem. Du kannst sehr häufig nicht klagen, wenn du nicht PERSÖNLICH betroffen bist.
Auch bei z.b. klagen gegen die Vorratsdatenspeicherung etc. müsste ich immer persönliche Betroffenheit nachweisen. Also schriftlich bestätigen, dass ich z.b. das Internet nutze 😅

@Drezil 😉

Hach... seufz...
Ich ahnte schon, dass das jetzt kommt ... kenne das ja auch von der Verbraucherzentrale.

Das ist systemisch derart schräg verpackt, dass man Seekrank wird.

Hab mich damit ja schon mal auseinandergesetzt, als die Abmahnanwälte aus dem Boden schossen wie Plize nach 'nem Sommerregen.

Ärtert halt immer wieder, das Gesetze zu verabschieden leicht gemacht wird & diese wieder zurück zunehmen nur über Instanzgerichte geht ... & Interaktion von Geschädigten benötigt.

@amaz1ng @bfdi @lemmy98 @Drezil

Naja, das ist halt unser Rechtssystem. Man muss halt betroffen sein und verstehen, dass man betroffen ist. Wo man nicht klagt, da spricht auch kein Gericht recht.

Wenn du zu deiner Bank gehst, dann bekommst du auch nur Produkte welche die Bank reicher machen und nicht dich. Das verstehen auch nur die Personen, welche Prozentrechnen können und sich wehren.

Deswegen, legt alle Beschwerde ein!

@amaz1ng @lemmy98 @Drezil Es geht darum, dass eine Beschwerde einen Verwaltungsakt nach sich zieht. Dafür gibt es bestimmte Voraussetzungen, von denen eine die Betroffenheit ist.

Das heißt aber nicht, dass wir ansonsten tatenlos bleiben 🙂 / ÖA

@bfdi
Okay.. danke.

Mich erschreckt halt wirklich diese Dreistigkeit von Konzernen, die dazu einfach die Bandbreite haben, sowas scheinbar ungestört zu machen.

Als einfacher Zivilist fühle ich mich da sehr sehr oft so an die Wand gedrückt, dass es einem "Eingeschüchtert sein" sehr Nahe kommt.

@lemmy98 @Drezil

@amaz1ng @bfdi @lemmy98 @Drezil

Geht mir auch oft so, besonders in Datenschutz-Fragen.

Da wird einfach gemacht, auf so breiter Front Zwänge aufgebaut, Daten geraubt, Gesetze gekauft, dass individuelle Gegenwehr eine Lachnummer ist, und bis dem dann nach einer langen Kampagne (mit viel Glück) endlich systemisch Einhalt geboten wird, ist immer schon sehr viel Schaden angerichtet und Fakten geschaffen.

@quincy

DAS! 👇
>"[...] ist immer schon sehr viel Schaden angerichtet und Fakten geschaffen."

Gefühlt überall regiert scheinbar das Hufeisen... der StatusQuo rutsch in eine Richtung, aus der man nicht mehr zurückkommt.

Und der angerichtete Schaden bleibt vorallem scheinbar Konsequenzenlos .. mit viel Glück wird das nach 5-10 Jahren mal aufgerollt und ein Konzern, der durch sowas Milliarden eingenommen hat, bekommt vllt ne Millionenklage, paid by Portokasse.

@bfdi @lemmy98 @Drezil

@amaz1ng @bfdi @lemmy98 @Drezil Solange die Strafe dann auch noch geringer ist als der Gewinn, wird das schlichtweg einkalkuliert 😦

@amaz1ng @bfdi @lemmy98 @Drezil Ich verweise bei der Beschreibung dieses Modells gern auf das Buch von Shoshana #Zuboff. Datenextraktion wird gnadenlos ausgelotet, Rückzüge passieren allenfalls taktisch.

Da braucht es einen viel besseren, systemischen Schutz ohne Rücksicht auf Wirtschaftsinteressen.

Datenschutz mit weniger Ausnahmen, genau wie man Dämme auch nicht instabil und löchrig baut, um dem Wasser eine faire Chance zu geben (oder??)

@amaz1ng
"Die Politik" geht doch mit gutem Beispiel voran, vielleicht sollten wir Juristen wählen statt Politiker.
@bfdi @lemmy98 @Drezil

@LasseGismo ... Blöd nur, dass Juristen den größten Anteil an Volksvertretern im Bundestag stellen 😅

@amaz1ng
Der BfDI kann ja durchaus auch proaktiv tätig werden, allerdings halt nicht im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens nach Art. 77, DSGVO. Die sonstigen Aufgaben finden sich in Art. 57, DSGVO.
@bfdi @lemmy98 @Drezil

@Drezil @bfdi Ich dachte immer, hier in .de wäre opt-in das einzig legale??

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